Pfingsten 2010
An Pfingsten kann man viel erleben, wenn man will. Ja, wenn man will, dann schon. Nun, ich wollte und stürzte mich in den Samstag. Motorrad fahren war angesagt. So kurvte ich am Nachmittag in den Tälern Graubündens herum. Doch bald hatte ich kalt und kehrte wieder nach Hause zurück. Auf dem Balkon wärmten mich die letzten Sonnenstrahlen. Das war der Samstag.
Der Sonntag konnte spannend werden. Nun, er wurde es erst am Anfang. So gegen 12:00 Uhr Mittag fuhr ich mit dem Velo der Plessur entlang an den Rhein, wo Corrado Filipponi und sein Kanutenkollege Peter Schmid zu einem Weltrekordversuch starteten. Ich fand die Stelle und es waren schon viele Medienschaffende am Werk. Es wurde fotografiert, gefilmt, interviewt, geredet und geworben. TeleZüri, ein paar Fotografen, ein Stadtpräsident und ein Erfinder waren vor Ort. Nicht zu vergessen das Publikum, das Care-Team und die Paddler. Dann der Start um 12:00 Uhr, alle standen sich im Weg, wollten ein Foto von dem beiden Paddlern knipsen. Das sie nicht gerade in den Rhein fielen beim Knipsen, grenzte an ein Wunder. Ich habe mir ein Plätzlein weg vom Rummel gesucht und konnte die beiden Weltrekordanwärter gemütlich filmen. Als der Spuk vorbei war, nahm ich mein Velo und setzte meinen Weg fort in Richtung Ilanz.

Ich fuhr den Rhein aufwärts, dann über die Brücke nach Felsberg, weiter an Domat/Ems vorbei nach Reichenau. Kurz vor Reichenau am Bahnhof organisierte ich mir noch eine leere Petflasche, um unterwegs noch den einten oder anderen Schluck Wasser zu geniessen. Das Wetter war wunderbar warm und trocken. In Bonaduz gönnte ich mir eine Pause auf der langen Bank auf dem Dorfplatz und studierte die Wahlplakate, während ich getrocknete Birnenschnitze und einen Schluck kühles Wasser genoss. Dann machte ich mich auf den Weg nach Versam. Die elend lange Steigung durch den Wald machte mir schon etwas zu schaffen. Dafür genoss ich wiederum die leicht abschüssige Strasse bis zur grünen Eisenbrücke.

Nach der Eisenbrücke quälte ich mich hoch nach Versam. Unterwegs wurde ich noch von einem unglücklichen Velofahrer nach einem Ersatzschlauch gefragt. Leider war ich nicht voll ausgerüstet, denn ich befand mich auf einem Sonntagsfährtlein, und konnte dem Pannenfahrer nicht helfen. In Versam sah ich, dass die obligate Beiz schon fast zum überquellen voll war. Ich fragte ein Paar, auch Velofaher, ob neben ihnen noch frei war. Stühle wurden geruckt, Rucksäcke umgelagert, den Hund unter den Tisch gezogen und sofort war da Platz für mich. Wir redeten so über das Velo- und das Töff-fahren und schon wurde mir der Most spendiert. Danke nochmals dem Spender aus Trun/GR. Wir gaben uns noch gegenseitig Tipps, wo es schön zum Velo fahren ist und verabschiedeten uns. Ich fuhr weiter nach Ilanz, jetzt wo es nur noch geradeaus oder bergab ging, hatte ich das ewige Grinsen um den Mund. In Ilanz nahm ich wie immer das Züglein nach Chur.
Den Montag genoss ich mit ausruhen, relaxen, sünnelen, herumliegen, lesen, Musik hören, netzwerken und internetten.






